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Rohkost: Welche Vitaminmängel drohen

Rohkost gilt als gesund. Generell raten Ernährungsexperten, möglichst wenig industriell verarbeitete Produkte zu kaufen und stattdessen auf naturbelassene Lebensmittel zurückzugreifen. Werden Obst und Gemüse dabei nicht gekocht oder gegart, bleiben sie weniger gut verdaulich. Das ist kein Nachteil, im Gegenteil: Ballaststoffe regen unsere Darmaktivität an. Rohes Obst und Gemüse liefert mehr Energie, da der Körper mehr Aufwand aufbringen muss, sie zu verstoffwechseln. Eine sehr reife und süße Banane beispielsweise enthält mehr Zucker und weniger Ballaststoffe als eine noch grüne unreife.

Wer auf Rohkost setzt, sollte allerdings wissen, dass nicht alle Gemüsesorten zum rohen Verzehr geeignet sind, dazu zählen zum Beispiel Auberginen. Außerdem können durch den Verzicht auf Fleisch und Fisch (die bis auf wenige Ausnahmen eben nicht roh gegessen werden) Mangelernährungen entstehen. Strengen Rohköstlern drohen insbesondere Defizite an Vitamin D, B2 und B12. Hier können Nahrungsergänzungsmittel hilfreich sein. Wer viel, aber nicht ausschließlich rohes Obst und Gemüse isst, muss keinen Mangel befürchten und tut seinem Körper etwas Gutes.


Trendlebensmittel Hanf: Eine Pflanze mit vielen Gesichtern

Hanf in der Schokolade, Hanf in Drinks, Hanf in Müsliriegeln – es gibt sogar ein Hundefutter, das Hanf enthält. Angepriesen wird Hanf als Superfood und in der Werbung wird außerdem oft mit den Klischees gespielt, die um die Hanfpflanze kreisen. Dazu gehört die berauschende Wirkung. Die Packung einer Bratwurst mit Hanf zieren beispielsweise Bilder der charakteristischen, handförmigen Blätter der Hanfpflanze und ein Reggae-Motiv.

Tatsache ist, dass Hanf (botanisch: Cannabis) eine Kulturpflanze mit langer Tradition und vielfältiger Verwendung ist. Aus den Fasern können Seile hergestellt und aus den Samen kann Öl gepresst werden. Die Blätter und Blüten werden zur Herstellung von Rausch- und Arzneimitteln verwendet. Der Wirkstoff, der hier zum Tragen kommt, ist Tetrahydrocannabinol (THC). Doch eines ist sicher: Die Bratwurst hat keine berauschende Wirkung, denn in der Bratwurst ist nur Hanföl. Außerdem ist in Europa nur der Anbau von Faserhanfsorten mit einem THC-Gehalt von weniger als 0,2 Prozent erlaubt.

Doch wie „gesund“ ist Hanf? Unstrittig ist, dass Hanfsamen und das daraus gewonnene Öl viele wertvolle Inhaltsstoffe enthalten. Hanfsamen weisen genauso wie Sesam oder Leinsamen hochwertige Fette, einen hohen Eiweißgehalt und je nachdem, ob sie geschält sind oder nicht, auch einen hohen Ballaststoffgehalt auf. Hanfsamenöl ist reich an ungesättigten Fettsäuren (circa 80 Prozent) und enthält wichtige essenzielle Fettsäuren wie Linolsäure (circa 60 Prozent) und ?-Linolensäure (circa 20 Prozent.) Außerdem enthält das Öl viel B-Vitamine und Vitamin E, sowie die Mineralstoffe Calcium, Magnesium und Eisen.

Hanfsamen selbst enthalten übrigens von Natur aus kein THC. Es ist jedoch möglich, dass bei der Ernte die Samen mit anderen Pflanzenteilen, die einen höheren THC-Anteil haben, in Berührung kommen. Dazu gehören die Blüten, Blätter oder Stängel. So kann es passieren, dass sich THC in nachweisbaren Mengen in Hanfsamen und daraus hergestellten Lebensmitteln findet.

Bisher gibt es europaweit keinen einheitlichen Grenzwert für THC in Lebensmitteln. Es gibt jedoch Richtwerte des ehemaligen Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin (heute: Bundesinstitut für Risikobewertung, BfR), die Herstellern und der Lebensmittelüberwachung als Orientierung dienen. Es sind 0,005 mg/je Kilogramm für nicht alkoholische und alkoholische Getränke, 5 mg/kg für Speiseöle und 0,15 mg/kg für alle anderen Lebensmittel. Das BfR gab in einer Stellungnahme im November 2018 bekannt, dass THC-Gehalte in vielen hanfhaltigen Lebensmitteln zu hoch und gesundheitliche Beeinträchtigungen möglich seien. Wer auf Nummer Sicher gehen möchte, kann anstelle von Hanfsamen auf die ernährungsphysiologisch ebenfalls wertvollen Nüsse sowie Lein- und Sesamsamen zurückgreifen. Eine gute Alternative zu Hanföl sind Walnuss- oder Leinöl. (BfZE)


Hämorrhoiden: Bloß nicht aussitzen

Hämorrhoiden sind ein sensibles Thema, über das niemand gerne sprechen möchte. Was viele nicht wissen: Jeder Mensch hat sie. Unangenehm wird es erst dann, wenn die Gefäßpolster anschwellen und dadurch Beschwerden auslösen. Doch glücklicherweise lässt sich das Problem gut behandeln.

Schätzungen zufolge leidet jeder Zweite wenigstens einmal im Leben unter Hämorrhoiden. Trotzdem gehören sie zu den medizinischen Tabuthemen. Verständlich, wer spricht schon gerne darüber, wenn es am Po brennt oder zwickt. Doch selbst wenn die Hämorrhoiden helles Blut auf dem Toilettenpapier hinterlassen, gibt es einige Betroffene, die das einfach ertragen. „Nach wie vor glauben viele Menschen, dass ein Hämorrhoiden-Leiden durch mangelnde Hygiene verursacht werden, und schämen sich deshalb. Doch diese Annahme ist schlicht und ergreifend falsch“, sagt Heidi Günther, Apothekerin bei der BARMER.

Nicht zu viel Druck ausüben

Besonders häufig bilden sich krankhafte Hämorrhoiden durch zu wenig Bewegung, ballaststoffarme Ernährung und zu geringe Flüssigkeitsaufnahme. In Kombination führen diese drei Faktoren nämlich oft zu Verstopfungen, wodurch der Stuhl härter wird und Betroffene sich beim Toilettengang besonders anstrengen müssen. Durch dieses verstärkte Pressen wiederum wird ein großer Druck auf die Blutgefäße im Analbereich ausgeübt, so dass die Hämorrhoiden anschwellen und beim Stuhlgang nach außen treten.

„Betroffene sollten bereits bei ersten Anzeichen wie Jucken, Nässen oder Brennen aktiv werden. Solche anfänglichen Beschwerden lassen sich meist gut mit Wundsalben oder Zinkpasten sowie pflanzlichen Präparaten behandeln. Bei der Wahl des richtigen Mittels hilft ein Beratungsgespräch mit einem Apotheker. Wer hingegen Blut im Stuhl oder Blutungen im Analbereich oder äußerlich tastbare Veränderungen bemerkt, sollte unbedingt einen Arzt aufsuchen, damit dieser ernsthafte Erkrankungen rechtzeitig ausschließen kann“, so Günther.

Vier unterschiedliche Schweregrade

Auch wenn eine Selbstbehandlung nach spätestens vier Wochen keinen Erfolg zeigt, ist ein Besuch beim Arzt angesagt. Die Behandlung erfolgt dann abhängig vom Schweregrad der Erkrankung. In Stadium eins wird ein Medikament in die vergrößerten Hämorrhoiden gespritzt, wodurch sich die Schwellkörper wieder zusammenziehen. Im zweiten Stadium wird ein Gummiring über den erweiterten Teil der Hämorrhoiden gestülpt, so wird dieser abgebunden. Das überschüssige Gewebeteil fällt nach etwa zwei Wochen mit dem Stuhlgang ab. Im Stadium drei und vier hilft nur noch eine Operation, bei der das überschüssige Gewebe entfernt wird.

Hämorrhoiden lassen sich aber nicht nur gut behandeln, auch eine effektive Prophylaxe ist möglich. Wichtig dafür sind laut Günther vor allem eine ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung und regelmäßiger Stuhlgang ohne starkes Pressen. Wer dann noch darauf achtet, ausreichend zu trinken und körperlich aktiv zu sein, trägt eine Menge dazu bei, dass das Gewebe stark bleibt und die Gefäße nicht auswölben.

Jeder Mensch hat ein sogenanntes Hämorrhoidalpolster. Dies ist stark durchblutetes Gewebe im oberen Analkanal. Es unterstützt den Schließmuskel dabei, den After abzudichten. Normalerweise ist das Hämorrhoidalpolster gut verankert und von außen nicht sichtbar. Wenn umgangssprachlich von „Hämorrhoiden“ gesprochen wird, sind damit aber meist vergrößerte oder entzündete Hämorrhoiden gemeint, die Schmerzen verursachen. Mediziner sprechen von „Hämorrhoidalleiden“. (Barmer)


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